Bohrungen /
Brunnen-Heilwasser/ Thermalwasser
In einer Reihe von Gemeinden mit Kureinrichtungen besteht ein Bedarf an ortsgebundenen Kurmitteln. In vielen Fällen eignen sich zur Nutzung als ortsgebundenes Kurmittel im Untergrund vorhandene Heil- und Thermalwässer.
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zur Auffindung von Heilwasser/ Thermalwasser wird auf der Basis einer ersten Auswertung von Datenmaterial vordergründig die Frage nach der Existenz von Tiefenwasserhorizonten mit ausreichendem Förderpotential geklärt. Wird festgestellt, daß bei ausreichendem Förderpotential auch Heilwasserqualitäten zu erwarten sind, erfolgen prinzipielle bohrtechnische Angaben sowie Aussagen zu vermutlich anfallenden Kosten.
Nach Bundesberggesetz ist Thermalsole als
bergfreier Bodenschatz einzustufen und bedarf
beim Aufsuchen der Erlaubnis, beim Gewinn
der Bewilligung. Neben dem Bergrecht sind
die Bestimmungen des jeweiligen Länder-Wasserrechts
zu beachten. Die Artbezeichnung für den
Heilwasser-Betrieb wird in den "Begriffsbestimmungen
für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen"
des Deutschen Bäderverbandes e.V. geregelt.
Weiterhin unterliegen Heilwässer dem Arzneimittelgesetz
(AMG) und den dort formulierten Regelungen.
Darüber hinaus kommt Thermalwasser im Zusammenhang mit der geothermischen Energiegewinnung in Zeiten unaufhaltsam steigender Energiepreise eine markant wachsende Bedeutung zu. Im Gegensatz zur Gewinnung von thermalem Heilwasser mit Temperaturen von über 20°C am Auslauf sind für die geothermische Energiegewinnung höhere Gebirgstemperaturen erforderlich.
Niedrigthermalwasser:
Thermalwasserbohrungen zur Gewinnung von Schichtwasser für die geothermische Energiegewinnung im Niedrigthermalwasserbereich zielen auf Schichttemperaturen in den Größenordnungen von 40 bis 80°C. Zielhorizonte für die Förderung von Schichtwasser im genannten Temperaturbereich sind i. d. Regel Intergranularspeicher mit Porositätswerten über 30% bzw. tiefreichende Störungssysteme (z.B. mesozoische Sandsteine oder Karbonate in ca. 700 bis 1500 m Tiefe).
Hochtemperaturbereich:
Für die Hochtemperatur-Energiegewinnung sind Gebirgstemperaturen weit über 100°C erforderlich. Eine direkte Gewinnung von Wasserdampf wie in Island oder in Italien ist in Deutschland aufgrund der konkreten geothermischen Untergrundverhältnisse nicht möglich. Aussichtsreich ist die in Entwicklung befindliche "Hot-Dry-Rock"-Technologie, die auf der Nutzung hoher Temperaturen wie sie in Mitteleuropa nur in größeren Tiefen zu finden sind (Gebirgstemperaturen >150°C in Tiefen zw. 3000 und 4000 m), basiert.
PRINZIP: ein Bohrloch zum Einpumpen kalten Wassers, Gewinnung von Heißwasser/ Dampf aus einer Nachbarbohrung in unmittelbarer Nähe, Verbindung zwischen beiden Bohrungen über Kluftzonen als Wärmeaustauschflächen, die über Fracarbeiten hergestellt werden.

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